Gemeinsame Fraktionserklärung von GRÜNEN, SP und AL vom 26. Januar 2026 im Kantonsrat.

Heute jährt sich die Befreiung der Stadt Kobane in Rojava zum 11. Mal. Am 26. Januar 2015 wurden die IS-Terroristen aus der Stadt vertrieben. Dieser wichtige Sieg gegen den IS ist bis heute den Verteidiger*innen aus Rojava und der Region zu verdanken.

Doch heute, an diesem 11. Jahrestag droht ein Massaker an der kurdischen Bevölkerung. Vor wenigen Tagen erfroren vier Kinder bei der Flucht aus Kobane – auf der Flucht vor Angriffen durch islamistische Milizen und die syrische Übergangsregierung. Diese stossen militärisch seit Tagen in kurdische, selbstverwaltete Gebiete vor und liessen zuletzt sogar gefangene IS-Kämpfer aus den Gefängnissen frei.

Das ist ein Angriff auf die Zivilbevölkerung aber auch ein Angriff auf ein zukunftsfähiges, friedliches, solidarisches Modell des Zusammenlebens. Eines, das Kurd:innen, Alevit:innen, Araber:innen, Assyerer:innen, Jesid:innen und Türk:innen gemeinsam und demokratisch in Rojava aufgebaut haben. Diese demokratische und gleichberechtigte Selbstverwaltung ist ein Vorbild.

Nun ist Rojava auf unsere Solidarität angewiesen. Es ist unerträglich, dass es vom Westen alleine gelassen wird. Die Kurd:innen kämpften gegen den IS, gegen den Terror, gegen die Unterdrückung. Sie haben sich mutig für den Schutz der Jesid:innen eingesetzt. Sie haben ihr Leben gegeben für die Menschlichkeit und die Freiheit aller. Unsere Solidarität gilt den Kurd:innen und dem Projekt in Rojava. Es ist endlich an der Zeit, dass auch die internationale Gemeinschaft ihre Verantwortung übernimmt und die Kurd:innen sowie Rojava verteidigt.

Angesichts der unmittelbaren Bedrohung der Zivilbevölkerung und der demokratischen Selbstverwaltung, fordern wir vom Zürcher Regierungsrat:

…dass er vom Bundesrat fordert, dass sich dieser rasch für internationale Unterstützung der Kurd:innen einsetzt

…dass er sofort humanitäre Hilfe für die Kurd:innen aus dem gemeinnützigen Fonds spricht

…dass Asylgesuche von Kurd:innen aktuell nicht sistiert und keine Ausweisungen vollzogen werden

…dass er seine Solidarität mit den hier lebenden, tausenden Kurd:innen unmissverständlich zum Ausdruck bringt.