Der Regierungsrat wird aufgefordert, die für die Stadtentwicklung Glattal notwendigen Planungsarbeiten zu veranlassen. Es sollen die vom Verein „glow. das Glattal“ aufgezeigten Defizite in der institutionellen Zusammenarbeit aufgegriffen werden und es ist darzulegen, wie die Anstrengungen der Gemeinden bei der Entwicklung einer demokratisch breit abgestützten Zusammenarbeit gefördert werden können, mit welchen Mitteln die Ziele einer koordinierten Siedlungsentwicklung zu bestimmen und umzusetzen sind und welche planerischen und politischen Meilensteine für eine Integration der Ortschaften im Raum Dübendorf bis Rümlang notwendig sind, um die Identität und urbane Qualität zu erreichen, die für eine Stadtregion von dieser Grösse unerlässlich sind.
Begründung:
Die Region von „glow. das Glattal“ mit ihren rund 100’000 Einwohnenden und ebenso vielen Arbeitsplätzen ist in dynamischer Entwicklung. Sie weist im Kanton Zürich – möglicherweise sogar bundesweit – das offensichtlichste und grösste Potential auf, zu einer bedeutenden, lebendigen und wirtschaftlich tragfähigen Stadt zu verschmelzen. Zu diesem Potential gehört u.a. die heute entstehende Glattalbahn.
Allerdings herrscht in den acht Gemeinden – aufgrund der politischen Zersplitterung und infolge ihrer unterschiedlichen Ressourcen – ein krasses Ungleichgewicht zwischen dem ökonomischen Potenzial und der Steuerung ihrer städtischen Raumordnung. Es treten hier alle Strukturmängel einer Agglomeration exemplarisch in Erscheinung: Ortszentren, die ihre Funktion zunehmend verlieren, überdimensionierte Konglomerate von publikumsintensiven Einrichtungen (PE) ohne funktionierende Erschliessung, überlastete Verkehrsträger, qualitativ stark beeinträchtigte und fragmentierte Wohngebiete und zerschnittene Grünräume.
Heute ist das Problembewusstsein vorhanden, dass die einzelnen Gemeinden die anstehenden Aufgaben nicht mehr alleine lösen können. Die Stadt- und Gemeindepräsidien haben deshalb den Verein „glow. das Glattal“ gegründet. Die Bestrebungen der Glattal-Gemeinden sowie der regionalen und überregionalen Planungsverbände müssen aber vom Kanton planerisch und gesetzgeberisch unterstützt werden.
Es ist dazu eine auf städtische Strukturen abgestimmte, demokratisch abgestützte, gemeinsame Raumordnungskonzeption zu schaffen. Raumplanerische Entscheidungen von überkommunaler Bedeutung müssen von allen Gemeinden gemeinsam und demokratisch abgestützt getroffen werden. Dazu gehören beispielsweise Gebiete für publikumsintensive Einrichtungen, Landschaftsentwicklungskonzepte, gemeinsame Erholungszonen und die Koordination der Entwicklungsschwerpunkte mit der Verkehrsplanung.
Die heutigen Verfassungs- und Gesetzesgrundlagen verunmöglichen die notwendige politische und raumplanerische Integration des zusammenhängenden Agglomerationsraums. Die Zeit ist reif und der Kanton ist gefordert, die Chancen und Risiken einer städtischen Integration des mittleren Glattals unvoreingenommen zu prüfen und in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden die notwendigen planerischen und gesetzgeberischen Entscheidungsgrundlagen vorzubereiten. Die zu entwickelnden planerischen und gesetzgeberischen Grundlagen sollen so ausgestaltet werden, dass sie auch auf andere Gemeindegruppen – z.B. im Limmattal – übertragen werden können.
Robert Brunner, Kantonsrat Grüne, Peter Anderegg, Kantonsrat SP, Thomas Hardegger, Kantonsrat SP
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