Antwort des Stadtrates

Die Prüfung des Postulats hat gezeigt, dass dessen Ziele mit den weiterhin bestehenden Nutzungen wie Stadtverwaltung, Primarschule, Betreibungsamt, Kunstatelier, Märtkafi sowie öffentlicher Parkplatz, welcher auch als Festplatz dient, und eine allfällige Nutzung durch Mieter des City Centers weitgehend erreicht werden. Eine weitere Zwischennutzung für die im März 2013 freigewordene Fläche von rund 2’000 m² bis zu einem im 2014 vorgesehenen Entscheid des Gemeinderates über die Entwicklungsvorlage lehnt der Stadtrat ab.

Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, das Postulat abzuschreiben.

Stellungnahme Grüne

„Flanieren statt Parkieren. Über einen Punkt sind sich ganz viele Dübendorfer und Dübendorferinnen mit Sicherheit einig. Uns fehlen ein attraktives, fussgängerfreundliches Stadtzentrum und ein Ort zum Verweilen. Stattessen prägen Verkehr, Parkplätze und Beton das Ortsbild. Mit meinem Vorstoss wollte ich einen kleinen Beitrag leisten, um die Aufenthaltsqualität im Herzen von Dübendorf zu verbessern. Dafür sind keine teure und aufwändige Installationen oder Bauten nötig. Mit ganz wenig hätte aus einer Brache eine Wiese zum Verweilen oder Fussballspielen entstehen können. Stattdessen wird diese Brache mit einem Zaun versehen und mein konstruktives Anliegen mit den drei folgenden Begründungen glatt heruntergespült.

Begründung Stadtrat 1: „Das Areal soll im besten Fall 2015/2016 überbaut werden. Eine Zwischennutzung für drei bis fünf Jahre lohnt sich nicht.“ Wüst und Partner arbeitet aktuell intensiv mit der
Stadt an der ersten Phase einer Nutzungskonzession. Aus meiner Sicht wäre es ein leichtes gewesen, diesen Auftrag zu ergänzen und eine Zwischennutzung mit in diese Konzession auszunehmen. Damit wäre auch klar gewesen, dass eine Zwischennutzung eine Zwischennutzung bleibt und nicht wie von verschiedenen Seiten befürchtet, aus dem Provisorium ein Providurium entsteht. Drei bis fünf Jahre sind für mich für eine Zwischennutzung ein idealer Rahmen.

Begründung 2: „Die vom Postulanten herangezogene Mustersammlung beinhaltet 13 Beispiele. Abgesehen davon, dass von diesen 13 Beispielen nur gerade zwei Areale in kommunalem Besitz sind, bewegen sich die Arealflächen im Durchschnitt bei etwa 40’000 bis 50’000 m2. Aus Sicht des Stadtrats können diese Beispiele für den Umgang mit dem Leepünt-Areal nicht beigezogen werden.“ Ja, Beispiele sind eben Beispiele. Sie sollen inspirieren, für das Areal angepasste Lösungen zu entwickeln und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. In diesem Fall hätte auch eine Beispielsammlung von 1‘000 Ideen mit Sicherheit nichts gebracht. Es ist lächerlich und phantasielos zu behaupten, dass meine Beispiele aufgrund der Grösse nicht geeignet sind.

Begründung 3: „Von den rund 15‘000 m2 stehen höchsten 2‘000 m2 für eine Zwischennutzung zur Verfügung.“ Es war nie meine Absicht, 15‘000 m2 für eine Zwischennutzung in Anspruch zu nehmen. 15‘000 m2 sind ein Denkrahmen, wo etwas gemacht werden kann. Ich bin sehr wohl zufrieden, wenn auf diesen 2‘000 m2 – das ist übrigens ein halbes Fussballfeld – etwas Attraktives entsteht. Es braucht nicht mehr. Und ich bin ja gespannt, wie viele m2 dem City-Center angeboten werden.

Kurz und knapp kann ich zusammenfassen: Eine Zwischennutzung wird als Störenfried und nicht als Chance empfunden und ich muss sagen, ich bin wirklich ausserordentlich enttäuscht, dass der Stadtrat keine Sekunde in einen konstruktiven Vorschlag für eine Zwischennutzung investiert hat. Damit jedoch nicht genug. Noch schlimmer als kein konstruktiver Vorschlag zu bringen ist diese Portemonnaie-motivierte Absicht, ein City-Center-Provisorium auf dem Leepünt-Areal aufzustellen. Es zeugt für mich nicht von Weitsicht und Wille, das Herz von Dübendorf zu Gunsten der Bevölkerung aufzuwerten. Wieder einmal mehr geht man zu Gunsten von ein paar Parkplätzen, in diesem Fall vor dem CityCenter, den Weg des geringsten Widerstands. Ich empfinde es als Affront, dass statt eines attraktiven temporären Grünraums für alle, ein weiterer Raum für Konsum und Parkplätze geschaffen werden sollen. Parkieren statt Flanieren war nicht die Absicht meines Anliegens. Ich bitte Sie, das Postulat aufrecht zu erhalten. Aus meiner Sicht reicht die Zeit gut aus, auf diesen 2‘000 m2, welche heute eingezäunt sind, ein Rasen, vielleicht zwei Sitzbänke, eine Wiese zum Spielen oder Flanieren zu installieren. Zu Gunsten von einem attraktiven Stadtzentrum, das zum Flanieren statt Parkieren einlädt.“

Stefan Kunz, Gemeinderat, Grüne Dübendorf

Das Postulat, die Antwort des Stadtrates, sowie das Protokoll des Gemeinderates können Sie hier herunterladen.