Einwendung zu Handen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt zum Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt SIL / Sachplan Militär SPM

Sehr geehrte Damen und Herren

Gerne nehmen wir die Gelegenheit wahr, Stellung zu den Änderungen in den oben genannten Sachplänen zu nehmen.

Eine zivilaviatische Nutzung (ausgenommen REGA) inklusive ziviler Heliport lehnen wir aus den folgenden Gründen entschieden ab:

  1. Ökologische Freiräume für Mensch und Natur erhalten: In der Region Glatttal ist eine noch dichtere Besiedelung vorgesehen, deshalb braucht es dringend ein zukunftsgerichtetes, vorausschauendes Handeln. Der Bund darf nicht aus monetären Interessen die Erholungszonen für die Einwohner dieses Gebietes vernachlässigen.
  2. Bodenversiegelung stoppen, Klima schützen: Der Flugplatz Dübendorf, der nun ja teilweise durch einen nationalen Innovationspark   überbaut wird, wird mit der Vergabe an die Zivilfliegerei mit zusätzlichen Bauten belastet. Damit wird wertvoller Boden und eine weitere Grünfläche vernichtet. Grünfläche, die mit    steigender Hitze eine immer grössere Bedeutung erlangt.
  3. Ökologische Vernetzung im Fokus behalten: Im Sinne der Biodiversitätsstrategie des Bundes und des Kantons ist darauf zu achten, Grünkorridore zur Vernetzung nicht aufzuheben, sondern im Gegenteil zu fördern. Der Erhalt der ökologischen Vielfalt ist von unschätzbarem Wert und es muss dringend darauf geachtet werden, dass nicht weiterhin täglich noch mehr Arten endgültig verschwinden.
  4. Lichtverschmutzung vermeiden: Das Glatttal  und der Flughafen Kloten tragen schon heute zu viel zu einer stets vorhandenen Erhellung der Nacht bei. Ein ziviler Flugplatz mit seinen langen Betriebszeiten verschärft dieses Problem noch zusätzlich. Auch während der Nacht lebt die Natur, viele spezialisierte Lebewesen brauchen die Dunkelheit.
  5. Schadstoffemissionen und Lärm vermeiden: Angesichts des hohen CO2-Gehalts in unserer Atemluft und des Problems der Klimaerwärmung ist es doch eher grotesk, dass der Bund ausgerechnet die Privatfliegerei fördert. Das heisst in diesem Fall, er will einigen privilegierten Menschen gestatten, eine grosse Mehrheit der Bevölkerung im Glatttal sowie das Naturschutzgebiet und die Erholungszone Greifensee zusätzlich mit Lärm und Schadstoffausstoss zu belasten. Die langen Betriebszeiten sowie die Wochenendflüge beeinträchtigen dieErholungszeiten und -zonen massiv.
  6. Keine Auslagerung Zivilfliegerei von Kloten: Wir befürchten eine Auslagerung der gesamten Leichtaviatik von Kloten nach Dübendorf. Dies schafft dort Platz für vermehrte An- und Abflüge der grossen Verkehrsflugzeuge. Für die Menschen und ökologische Infrastruktur dieser Region bedeutet das eine noch grössere Belastung durch Lärm, Schadstoffe sowie An- und Wegfahrten privater Fahrzeuge.

Wir fordern von Ihnen hiermit das Vorlegen eines Umweltverträglichkeitsberichts, verfasst von einer neutralen Prüfungsstelle, bevor allenfalls geänderte Einträge in SIL und SPM erfolgen.

Für die wohlwollende Prüfung unserer Anliegen danken wir im Voraus.

Freundliche Grüsse

Flavia Sutter, Stefan Kunz

Vorstand Grüne Partei Dübendorf