Per Fahrplanwechsel am 10. Dezember wird die Buslinie 760 zwischen Bahnhof Dübendorf und Memphis ohne Zwischenhalt verkehren, die Haltestellen Lindenplatz und Unterdorf sollen nicht mehr bedient werden. Diesbezüglich bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:
Grüne: Wie steht der Stadtrat zum geplanten Fahrplanwechsel?
Stadtrat: Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die VBG aufgrund der guten betrieblichen Erfahrungen anlässlich der Umleitung während der längeren Sperrung der Glattbrücke (es waren keine negativen Kundenreaktionen zu verzeichnen) und in Absprache mit der Stadt Dübendorf entschieden hat, die Linie..760 ab Fahrplanwechsel definitiv nicht mehr via Unterdorf und Lindenplatz zu führen. Diese Anderung erfolgte vor allem aufgrund einer höheren Gewichtung der notwendigen Betriebsstabilität der Linie 760 während den Spitzenzeiten (Fahrplanstabilität auf Anschlusszüge).
Damit die Linie 760 pünktlicher verkehren kann, wird der verkehrstechnische ,,Flaschenhals“ Memphisbrücke – Lindenplatz umfahren. Somit profitieren alle Fahrgäste der Linie 760, welche nicht an den Haltestellen Unterdorf und Lindenplatz ein- und aussteigen müssen. Dies sind 93.7% aller Fahrgäste oder 3’440 Fahrgäste pro Werktag. Die Fahrgäste der Linie 760, welche an den Haltestellen Lindenplatz und Unterdorf ein- und aussteigen müssten, haben Nachteile in Kauf zu nehmen. Dies sind rund 6.3% aller Fahrgäste oder 230 Fahrgäste pro Werktag.
Grüne: Sieht der Stadtrat in dieser Frage Handlungsbedarf?
Stadtrat: ln Bezug auf den Verbundfahrplan 2018 – 2019 können keine Anderungen mehr vorgenommen werden. Der Verfahrensablauf wird bei der Frage 3 beantwortet.
Grüne: Welche Interventionsmöglichkeiten hat der Stadtrat gegenüber der VBG?
Stadtrat: Die öffentliche Auflage des Verbundfahrplanprojekts 2018 -2019 erfolgte im lnternet vom 13. bis 29. Mär22017 auf der Website des Zürcher Verkehrsverbundes (www.zvv.ch). Dort wurde auch ein Hinweis gemacht, dass Anderungsbegehren von der Bevölkerung bis am 31 .März2017 direkt an die Wohngemeinde zu richten sind. Die eingegangenen Begehren wurden durch die Gemeinde beurteilt und mit einer Stellungnahme an das marktverantwortliche Verkehrsunternehmen weitergeleitet (Frist bis 24. April 2017) und dann in der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK) beurteilt. Bei einer positiven Haltung werden die Begehren beim ZW anschliessend beantragt oder in der RVK begründet zurückgewiesen.
Am 17. August 2017 wurde den Gemeinden der Beschluss des Verkehrsrates vom 6. Juli 2017 in Bezug auf den Verbundfahrplan 2018 -2019 zugestellt. Gemäss $ 29 des Gesetzes über den öffentlichen Personenverkehr (PVG) stand den Gemeinden das Recht zu, innerhalb von 30 Tagen ab Zustellung des Passwortes für die Rekursauflage im geschützten Bereich der ZVV-Website
beim Regierungsrat des Kantons Zürich schriftlich Rekurs zu erheben.
Die Anderung der Linienführung bei der Linie 760 inkl. des angepassten Fahrplans waren bei der öffentlichen Auflage des Verbundfahrplanprojekts 2018 -2019, wie auch bei der Rekursauflage enthalten- Da die Anderungen der Linie 760 alle verfahrenskonform publiziert worden sind, besteht für den Verbundfahrplan 2O1B – 2019 keine rechtliche lnterventionsmöglichkeit mehr. Eine allfällige Anpassung des Fahrplans kann frühestens im Fahrplanverfahren 2020/2021 in der Form von Änderungsbegehren im März 2019 verlangt werden. Der Stadtrat Dübendorf wird im
Hinblick auf das Fahrplanverfahren 2O2O/202l die Situation nochmals prüfen.
Begründung
Viele Bewohner*innen der östlichen Quartiere nutzen die Linie 760 für den täglichen Einkauf, hält sie doch in unmittelbarer Nähe der Marktgasse. Für die Gfenner*innen ist sie gar die einzige Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Für die Entwicklungsgebiete Hochbord und Giessen wird die Linie 760 ebenfalls von zentraler Bedeutung sein, entstehen dort in den nächsten Jahren doch hunderte von Wohnungen. Daher ist es für uns nicht verständlich, dass diese Linie das eigentliche Stadtzentrum zukünftig umfahren soll.
Wir danken für die sorgfältige Beantwortung unserer Fragen.
Brigitt Kast & Flavia Sutter, Gemeinderätinnen Grüne, Fraktion SP/Grüne
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