Gerne nehme ich für die Fraktionen SP und Grüne zur Jahresrechnung Stellung.

Der Aufwandüberschuss der Jahresrechnung ist etwas grösser als vorgesehen, jedoch hält sich die Differenz in überschaubare Grenzen, wir liegen ja im sub-prozentigen Bereich. So stellt dies keine grosse Sorge da. Es ist doch interessant zu merken, dass das Jahr des Lockdowns keine finanziellen Folgen zeigt. Jedoch muss man mit einer Trägheit rechnen, und die Folgen werden sich unausweichlich doch in den nächsten Jahren zeigen. Eine Auswertung des Kantons zeigt, dass man mit globalen Änderungen in der Funktionsweise der Gesellschaft rechnen muss. Diese werden sicher finanziellen Folgen haben – nicht unbedingt negativ auf Langzeit. So wäre es angebracht, im Rahmen des nächsten Budgets da speziell Sorge zu tragen.

Wenn man schon über Sorge spricht: wir hatten auch in 2020 etwas Glück. Der Aufwandsüberschuss hätte schlimmer sein können. Das sieht man aus der Konstellation, in welcher die finanzielle Lage 2020 abschliesst: es scheint, dass unkorrelierte Elemente der Rechnung sich aus einer eher willkürlichen Art kompensiert haben.

Drei Bemerkungen möchten wir noch einbringen:

  1. Es scheint, dass einige juristische Personen weniger Gewinn machen als vorher. Das ist nicht so erstaunlich. Ist das nur COVID bedingt oder ist es ein Trend? Wir wissen auch, dass gewisse Grossunternehmen Dübendorf in der Vergangenheit verlassen haben. Es könnte sein, dass eine Innovationsstadt eher weniger Steuerkräftige Unternehmen anzieht, so müsste man sicher sein, dass dieser Effekt nicht ein Trend ist, sondern nur vorübergehend ist.
  2. Im Bereich Investitionen ist der Realisierungssatz grösser als im Vorjahr und das ist eine sehr gute Nachricht. Jedoch muss man sich bewusst bleiben, dass der vorherige Satz sehr tief war. So bleiben wir doch noch in der Erwartung, dass die Investitionen in der Zukunft zu 100% realisiert werden, sodass die Stadt ihre notwendige Entwicklung nicht verschläft.
  3. Auch im Jahr 2020 ist das Budget im Bereich Dienstleistungen und Honorare weit überschritten. Auch im Jahr 2020 betreffen die Überschreitungen der Bereich Soziales. Wir wissen, dass zum Glück in dem Bereich etwas untersucht wird. Unabhängig davon bleibt zu wünschen, dass die Lage schon in 2021, spätestens in 2022 sich normalisiert, sodass die Kosten wieder planbar sein werden.

Übrigens, es ist zu sehen, dass für keine der Elemente, die hier uns herausfordern, den Einbau einer Schuldenbremse benötigt wird.

Fazit: mit dem zu tiefen Steuerfuss sehen wir, dass niedrig fliegen mit gewissen Risiken verbunden ist. Die Rechnung 2020 bietet aber Anlass zur Hoffnung: Wenn wir mehr Investitionen realisieren, wenn wir die Dienstleistungen Dritter wieder in den Griff bekommen, wenn wir mit den COVID Folgen gut klarkommen, und schlussendlich, wenn wir endlich einen Steuerfuss bekommen, der uns die Mittel gibt, unsere Ziele zu erreichen, werden wir alle Elemente für eine dauerhaft gesunde Finanzlage haben.

André Csillaghy, Gemeinderat SP