Liebe Anwesende
Liebe Zuschauer und Zuschauerinnen zu Hause an den Bildschirmen
Ich blicke zurück auf ein wirklich «aussergewöhnliches» Präsidiumsjahr. Vor einem Jahr in meiner Antrittsrede rechnete ich noch nicht damit, dass mein Amtsjahr so stark betroffen sein wird durch die Massnahmen wegen der Corona-Pandemie. Die zweite Welle kam dann aber im Herbst und mit ihr Massnahmen des Bundesrates, die einschneidende Konsequenzen hatten auf unser Zusammenleben. Nur wenige Anlässe fanden statt, die ich besuchen durfte. Das war schade, denn ich hatte mich doch darauf gefreut, Leute kennenzulernen und neue Facetten von Dübendorf zu entdecken. Die Kontakte zur Bevölkerung haben mir wirklich gefehlt.
Das Gute daran war, dass ich mich jedes Mal sehr freute, wenn ich irgendwo eingeladen wurde! Und ich kann alle Anlässe aufzählen, weil es so wenige waren. Ich durfte an der 1.August-Feier im Alterszentrum teilnehmen, an einem Immobilien-Summit der Flughafen Region Zürich, an der Heimatbuch-Präsentation, an der Einweihung der neuen Luftmess-Station in der Empa und am Jubiläum des Diensthunde-Zentrums der Kantonspolizei.
Was ich auch sehr geschätzt habe, waren die Besuche auf der Stadtverwaltung. Ich konnte den Werkhof besuchen, die Berufsbeistandschaft, die Stadtplanung und die Integrationsstelle. Wenn man Einblick hat in die tägliche Arbeit dieser Leute, wächst der Respekt davor. Speziell beeindruckt hat mich beispielsweise, wie vernetzt gearbeitet wird. Und speziell gefreut hat mich, dass Angebote in der Frühförderung von Kindern, bei deren Aufbau ich im Rahmen der Bildungslandschaft beteiligt war, immer noch mit Erfolg weitergeführt werden.
Einige persönliche Begegnungen mit Leuten aus der Bevölkerung fanden doch statt und das hat mir sehr gefallen. Manchmal war es nur per Telefon, manchmal kurze geplante Treffen, manchmal spontane Begegnungen auf der Strasse mit Personen, die mich ansprachen.
Mir ist es ein grosses Anliegen, dass die Politik nahe bei den Leuten ist. Sie soll fassbar und konkret wahrnehmbar sein. Alle Mittel, die dies ermöglichen, sollen genutzt werden. Zum Beispiel finde ich den Livestream eine tolle Möglichkeit, mehr Leute zu erreichen. Ich habe auch immer wieder Anfragen von Schülern und Studentinnen, die mich befragen wollen zu politischen Themen. Da gebe ich immer gerne Auskunft, auch wenn ich nicht immer alle Fragen beantworten kann. Das Fördern von Frauen in der Politik ist mir auch wichtig, letzte Woche führten wir einen Workshop mit Frauen durch, die sich für Politik interessieren.
In meinem Präsidiumsjahr war es trotz weniger Begegnungen nicht etwa langweilig. Wir konnten alle Sitzungen durchführen, nur eine fand nicht statt mangels Geschäfte. Das Führen des Büros, das Leiten der neun Gemeinderatssitzungen waren Herausforderungen, die mir Freude gemacht haben. Es lief viel in den letzten zwölf Monaten, neben den üblichen Geschäften haben wir zum Beispiel einige Schulgeschäfte behandelt, das Speziellste war wohl der Kauf von Stockwerkeigentum in einem Hochhaus im Hochbord-Quartier. Wir revidierten die Gemeindeordnung und bildeten dazu eine Spezialkommission. Das macht man ja nicht jedes Jahr! Und wir bildeten auch eine Spezialkommission für die Begleitung der Administrativuntersuchung der Sozialhilfe Dübendorf. Auch das etwas ganz Aussergewöhnliches, wo wir unter anderem mit dem Stadtpräsidenten André Ingold zusammenarbeiteten.
Das Thema Tempo 30 hat uns auch immer wieder beschäftigt, weit über die Ratssaal-Grenzen hinaus. Mir scheint, wir haben im Rat sehr viele Vorstösse behandelt, aber ob es statistisch gesehen wirklich mehr waren als üblich, weiss ich nicht. Es gab einen Rekurs und eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat, resp. das Büro und wir waren mit dem Ombudsmann im Kontakt. Die Corona-Massnahmen waren auch immer wieder Grund für Diskussionen, Entscheide mussten vom Büro gefällt werden.
Beim Führen der Ratssitzungen und dem Leiten des Büros hatte ich professionelle Unterstützung. Edith Bohli ist der Dreh- und Angelpunkt für das Büro, ihre immer freundliche, herzliche und superprofessionelle Art war ein absolutes Highlight in meinem Amtsjahr. Herzlichen Dank, Edith, für deine geleistete Arbeit! Vielen Dank auch an Mathias Vogt und an alle in der Stadtverwaltung, die für einen reibungslosen Ablauf des Ratsbetriebes sorgen. Ein grosses Dankeschön auch an das Pfarreizentrum Leepünt, im Speziellen Marko Stimac und Markus Stamm für eure super Arbeit im Hintergrund. Bedanken möchte ich mich auch bei Peter Steinmann und seinem Team, die dafür gesorgt haben, dass unsere Sitzungen aufgenommen und ins Internet übertragen wurden.
Bedanken möchte ich mich auch beim Büro-Team für die gute Zusammenarbeit. Wir führten die Sitzungen ab letztem Oktober per Teams am Bildschirm durch, was mir am Anfang nicht gefiel, aber ich habe mich daran gewöhnt und lernte es sogar schätzen. So war es möglich, sogar eine Sitzung aus den Ferien in Italien zu leiten! Ein grosser Dank geht auch an André Ingold, den ganzen Stadtrat und an den Stadtschreiber Martin Kunz für die konstruktive Zusammenarbeit.
Auf dem Bild sieht man mich beim Pflanzen einer Winterlinde. Als Abschiedsgeschenk habe ich mir einen Baum gewünscht und dieser Wunsch ging dank Kurt Lutz und seinem Team in Erfüllung. Nun steht neben der grossen Linde am Sagentobelbach in der Nähe des Bahnhofes Stettbach noch eine kleine Linde. Sie ist für mich eine schöne Erinnerung an mein Präsidiumsjahr und soll Symbol sein für ein grünes, gesundes und soziales Dübendorf.
Und zu guter Letzt sage ich euch danke, liebe Gemeinderatskolleginnen und -kollegen, für die angenehme Zusammenarbeit. Nun werde ich bald wieder «abtauchen» in den Hintergrund des Saales und freue mich darauf, wieder Voten zu halten.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Flavia Sutter, Alt-Gemeinderatspräsidentin der Stadt Dübendorf 2020/2021
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