Noch bis Ende Monat werden Unterschriften gesammelt, um die vor vier Jahren am Ständemehr knapp gescheiterte Konzernverantwortungsinitiative neu zu lancieren. Diese Initiative dient dem Schutz der Umwelt und der Einhaltung der Menschenrechte weltweit.

Aber auch ökonomisch ist die Initiative sinnvoll. Erstens werden dadurch Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb hergestellt. Diejenigen Unternehmen, welche schon jetzt Menschenrechte und Umweltschutz beachten, werden derzeit benachteiligt. Die Konzernverantwortungsinitiative sorgt dafür, dass rechtskonformes Verhalten zukünftig nicht mehr zu Wettbewerbsnachteilen führt. Daher gibt es auch viele Schweizer Unternehmen, welche die Initiative explizit unterstützen.

Zweitens ist die Initiative auch aus entwicklungsökonomischer Perspektive wichtig. Handel und Investitionen in Entwicklungsländern können einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass Armut verringert und den Menschen ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht wird. Das geht aber nur, wenn die Unternehmen sich dabei an grundlegende Spielregeln halten. Wenn sie hingegen durch riskante und unmenschliche Arbeitsbedingungen die Gesundheit der Mitarbeitenden aufs Spiel setzen, Flüsse und Ackerland mit Chemikalien vergiften oder massiv zur Klimaveränderung beitragen, dann gefährden sie Entwicklung, anstatt sie zu unterstützen. Die Konzernverantwortungsinitiative sichert die Einhaltung der Spielregeln und ermöglicht es daher, die wirtschaftlichen Beziehungen so zu gestalten, dass sie der Entwicklung im Globalen Süden dienen, statt sie zu gefährden.

Katharina Michaelowa, Gockhausen