«Dübendorf wächst rasant – jetzt muss investiert werden» & «Tiefer Steuerfuss begünstigt Mehreinnahmen», Parteien-Forum Glattaler vom 21. & 28 Februar

Der Steuerfuss von Dübendorf beträgt aktuell 96%.Das ist fast 10 Prozentpunkte unter dem kantonalen Durchschnitt. Nur 30 von 160 zürcher Gemeinden erheben noch tiefere Steuern. Das treibt die Wohnungspreise mit in die Höhe, da es zahlkräftige Zuzüger:innen in die Gemeinde lockt, die sich entsprechende Wohnungen leisten können. Alteingesessene Normalverdiener:innen können da nicht mithalten und werden nach und nach in Gemeinden mit günstigeren Wohnungen und höheren Steuern vertrieben. Neben dem Investitionsbedarf von Dübendorf ist das ein weiteres Argument für eine moderate Steuererhöhung, wie sie von der SP im vorletzten Glattaler angedeutet wurde.

Wenn in Dübendorf über Steuern gesprochen wird, darf das Schreckgespenst Zürich natürlich nicht fehlen: Die FDP rechnete im letzten Glattaler vor, dass ein Jahreseinkommen von 55’000 CHF in der Stadt Zürich um ganze 550 Franken pro Jahr höher besteuert wird, als bei uns. Unerwähnt bleibt, dass der Zürcher Steuerfuss bei satten 119% liegt und somit ganze 23 Prozentpunkte höher ist. Eine so massive Erhöhung fordert niemand und würde für Dübendorf, das im Gegensatz zu Zürich kein Zentrum ist, auch überhaupt keinen Sinn machen.

Um hier ein Gefühl für die Verhältnisse zu vermitteln: Beim von der FDP angeführten Jahreseinkommen macht ein Steuerprozent mehr oder weniger gerade einmal 23.90 CHF in der jährlichen Steuerrechnung aus. Selbst wenn die Steuern um ganze 4% erhöht werden würden, wäre die Rechnung in diesem Fall um nicht einmal 100 Franken höher.

Kosten senken durch Modernisierung

Wichtiger als die Frage nach der Höhe des Steuerfusses ist aber sowieso, ob die Steuereinnahmen sinnvoll und effizient eingesetzt werden. Die Stadt Uster, welche sonst nicht gerade bekannt ist für ihre gesunde Finanzpolitik, hat vor einigen Jahren 50’000 CHF in die Technik ihrer Stadtbibliothek investiert, um zusätzliche, unbediente Öffnungszeiten einführen zu können. Die Nutzung und die Einnahmen der Bibliothek nahmen stark zu, sodass die anfängliche Investition schnell gedeckt werden konnte. Die Stadt Uster kann ihre Bibliothek deshalb heute kosteneffizienter betreiben.

Wir haben mit Unterstützung aus den meisten Dübendorfer Parteien ein Postulat zu diesem Thema eingereicht. Der Stadtrat soll überprüfen, ob das sogenannte Open Library-System auch in Dübendorf eingerichtet werden könnte. Das Geschäft kommt voraussichtlich im April in den Rat. Hier könnte die FDP mit ihrer Unterstützung Weitsicht und Pragmatik beweisen.

David Siems, Gemeinderat Grüne Dübendorf