Zum Leserbrief „Das Theater der leeren Ränge“, Ausgabe vom 2. April

Ich teile Heinz Kellers Sorge über die tiefe Wahlbeteiligung in Dübendorf. Allerdings ist diese für uns Parteien kein Segen sondern ein Fluch. Die meisten Kommunalparteien suchen nach Kandidat*innen, es ist keineswegs so, dass sich x Personen um die Plätze reissen würden. Dann ist es zudem so, dass jeder Platz auf der Liste gleich viel Gewicht hat. Nur besteht auf den hinteren Plätzen eine gewisse Gefahr, gestrichen zu werden. Die meisten Personen, die aber weiter hinten sind auf einer Gemeinderatsliste, möchten nicht gewählt werden. Sie möchten zum Ausdruck bringen, dass sie diese Partei unterstützen.

Foto: Nina Vöhringer 2021

Foto: Nina Vöhringer 2021

Wer gestrichen wird, liegt in der Hand der Wähler:innen, welche auf der Liste streichen, panaschieren und kumulieren dürfen, sie sind also der Listengestaltung einer Partei nicht ausgeliefert. Wir können durchaus abstimmen und wählen, unsere Stimme ist damit nicht „begraben in der Urne“, wie es Herr Keller so dramatisch formuliert. Und gleichzeitig können wir uns ebenso in Vereinen, im persönlichen Umfeld, im Beruf und der Familie oder online gesellschaftlich engagieren und politisch einbringen, wie dies unter anderem viele Politiker:innen tun.

Nina Vöhringer, Primarschulpflegerin Grüne Dübendorf