Seit April müssen Familien in Dübendorf deutlich mehr für die Betreuung ihrer Kinder im Hort bezahlen. In unserem Fall steigen die Kosten um 25 Prozent. Dies in einer Zeit, in der Mieten, Energiekosten und Krankenkassenprämien stark steigen.
Besonders betroffen sind berufstätige Eltern, die keine familiäre Unterstützung bei der Kinderbetreuung haben. Höhere Betreuungskosten schaffen einen Anreiz, das Arbeitspensum zu reduzieren, weil sich Erwerbsarbeit weniger lohnt. Gleichzeitig fordert die Politik seit Jahren eine höhere Erwerbsbeteiligung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Beides passt nur schwer zusammen.
Der Gemeinderat begründet die höheren Hortbeiträge damit, dass der städtische Beitrag bereits von 500’000 Franken auf eine Million Franken erhöht worden sei. Angesichts eines Überschusses von 77 Millionen Franken im Jahr 2025 stellt sich die Frage, ob Dübendorf Familien nicht stärker entlasten könnte. Stattdessen wurden die Steuern um drei Prozent gesenkt.
Tiefe Steuern sind attraktiv, doch sie helfen Familien wenig, wenn gleichzeitig die Kosten für die Kinderbetreuung steigen. Gerade Familien mit Kindern gehören zu jenen Bevölkerungsteilen, die unter den allgemeinen Preiserhöhungen besonders stark leiden.
Der Gemeinderat sollte die Erhöhung der Hortbeiträge deshalb nochmals überdenken. Eine stärkere Entlastung von Familien wäre eine konkrete Unterstützung des viel zitierten Mittelstands – nicht nur in Worten, sondern auch in Taten.
Benjamin Spielmann, Dübendorf













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