In der Schweiz werden Toiletten nach wie vor mit hochwertigem Trinkwasser gespült. So werden pro Kopf und Tag ca. 40 Liter Trinkwasser im wahrsten Sinne des Wortes die Toilette herunter gespült. Zugleich wird Regenwasser, welches kostenlos vom Himmel fällt, grösstenteils über die Kanalisation entsorgt. Mit den zunehmenden Klimaveränderungen werden auch die Niederschlagsmengen immer unregelmässiger und unberechenbarer. Sowohl Trockenheit (= Trinkwasserknappheit) als auch Starkregenphasen (= Überlastung der Kanalisation) häufen sich. Vor diesem Hintergrund erscheint diese ineffiziente Bewirtschaftung von Wasser besonders unsinnig. Dabei sind Systeme zur Spülung mit Regenwasser längst in Gebraucht und mit der EAWAG befindet sich sogar eine renommierte Forschungsanstalt auf dem Stadtgebiet, die sich auch diesem Thema widmet.
Fragen
Grüne: Kann der Stadtrat den Wasserverbrauch der Stadtverwaltung durch Toilettenspülungen, bzw. das Sparpotenzial durch die Nutzung von Regenwasser beziffern?
Stadtrat: Eine genaue Bezifferung des ausschliesslich auf Toilettenspülungen entfallenden Wasserverbrauchs der Stadtverwaltung ist derzeit nicht möglich, da die bestehenden Wasserverbrauchsdaten nicht nach einzelnen Nutzungen innerhalb eines Gebäudes differenziert erfasst werden. Für eine belastbare Erhebung müsste der gesamte relevante Gebäudebestand objektspezifisch analysiert werden. Dies würde insbesondere die Erfassung der Anzahl und Art der Sanitäranlagen, eine Auswertung der jeweiligen Nutzungsintensität sowie die Installation zusätzlicher Verbrauchsmessungen pro Liegenschaft erfordern. Der damit verbundene personelle, technische und finanzielle Aufwand erscheint nicht verhältnismässig. Das theoretische Sparpotenzial durch Regenwassernutzung hängt zudem stark von objektspezifischen Faktoren wie Nutzerfrequenz, Dachflächen, Speicherkapazitäten, baulichen Gegebenheiten und dem technischen Nachrüstaufwand ab und kann daher nicht pauschal beziffert werden.
Grüne: Ist der Stadtrat bereit, bei Sanierung oder Neubau von öffentlichen Gebäuden Regenwasserspülsysteme für die Toiletten zu prüfen?
Stadtrat: Im Grundsatz können alternative Wassernutzungssysteme im Rahmen von Neubauten oder umfassenden Sanierungen geprüft werden. Ob deren Umsetzung sinnvoll und verhältnismässig ist, ist jedoch im Einzelfall zu beurteilen. Regenwassernutzungssysteme sind mit Zusatzkosten verbunden, da neben Speicheranlagen insbesondere separate Leitungsnetze für Betriebswasser, Pumpen, Steuerungs- und Filtersysteme sowie zusätzliche technische Installationen erforderlich sind. Dennoch ist bei der Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Gockhausen ein entsprechendes Regenwasserspülsystem vorgesehen. Bei Bestandsgebäuden kommen häufig aufwendige bauliche Eingriffe hinzu. Zudem sind laufende Betriebs-, Wartungs- und Unterhaltskosten zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund ist jeweils zu prüfen, ob Nutzung und tatsächlicher Ertrag in einem effizienten und nachhaltigen Verhältnis zum finanziellen und technischen Aufwand stehen. Eine generelle Verpflichtung erscheint aus heutiger Sicht daher nicht zielführend.
Ich danke für die sorgfältige Beantwortung meiner Fragen.
David Siems, Gemeinderat Grüne













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