«Die Schweiz kann keine Stadtplanung», Ausgabe vom 13. Februar
Ich gratuliere der Redaktion zur gelungenen Reportage im letzten «Glattaler». Ein Reporter begleitete den Stadtplaner und Architekten Jürg Sulzer durch das neue Dübendorfer Quartier Hochbord. Dieser kommentierte die Siedlungen des Hochbords aus städtebaulicher Sicht. Ich wohne seit drei Jahren in diesem Quartier und kann nur bestätigen, was Sulzer pointiert auf den Punkt bringt. Es ist vieles bei der Planung und Umsetzung dieses neuen Quartiers massiv schief gelaufen. Das Quartier wurde nicht so geplant, dass man meinen könnte, dass hier Menschen wohnen und leben. Wie sagt Sulzer in der Reportage treffend:
«Städtebau bedeutet Raum zwischen den Häusern zu bilden und Orte zu schaffen, wo man sich gerne aufhält.»
Das ist im Hochbord massiv misslungen.
Bäume haben es schwierig

Foto: Judith Stofer 2025 (Artischock)
Fussgängerinnen und Fussgänger treffe ich wenige. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner preschen mit dem Auto aus einer der vielen Tiefgaragen und brettern mit 50 km/h durchs Quartier oder vor eines der Fitnesscenter. Grosse schattenspendende Bäume und ökologisch wertvolle Grünflächen gibt es praktisch keine. Überhaupt haben es grosse Bäume schwer, weil sie oberhalb der vielen Tiefgaragen keine Wurzeln schlagen können. Sie machen auf mich einen eher erbärmlichen Eindruck, weil sie nicht richtig wachsen können. Meine liebsten Treffpunkte sind der Innenhof im Westhof, wo ich wohne und auch viele Nachbarskinder spielen, sowie das Café Hotz.
Wie man weiss, ist das Quartier noch nicht fertig gebaut. Weitere Türme sind geplant. Es ist darum an der Zeit, dass die Stadt diesem ziellosen, nichtmenschenfreundlichem Siedlungsbau nicht weiterhin tatenlos zuschaut. Sie kann, wie es Sulzer ausführt, einen Nutzungsplan festlegen. Vor allem aber auch: ein Grundstück für ein Schulhaus samt Aussenräumen sichern für die Familien mit Kindern, die ganz sicher ins Quartier ziehen.
Bis anhin hat es die Stadt versäumt, ein Grundstück für ein grosses Schulhaus mit Turnhallen und Pausenplätzen zu sichern. Ich weiss nicht, wie kinderfreundlich es ist, Kinder aktuell auf zwei Etagen im Three Point zu beschulen. Kinder brauchen Auslauf und sie müssen Lärm machen können.
Judith Stofer, Kantonsrätin AL & Gemeinderatskandidatin Grüne Liste Dübendorf













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