Zuerst wollen wir uns bei den Interpellant*innen für das Einreichen der Interpellation und auch beim Stadtrat für das Beantworten jener bedanken. Wir haben hier ein Paradebeispiel, warum nachhaltiges Handeln oftmals schwieriger ist als gedacht. Insbesondere beim Kunststoff spielen viele Aspekte mit rein, die teilweise bereits in den Fragen aufgenommen wurden, teilweise in der Antwort des Stadtrates und teilweise auch gar nicht vorkommen.

Grundsätzlich macht Kunststoffrecycling Sinn, das sehen wir ja nur schon bei der PET-Sammlung. Es ist sinnvoll Flüssigkeiten nicht mehr in schweren und zerbrechlichen Glasflaschen zu transportieren, sondern in leichten PET-Flaschen. Hier haben wir aber auch einen fast geschlossenen Kreislauf. Auf der anderen Seite wäre es aber natürlich besser, sein Wasser oder seine Getränke gar nicht erst in Flaschen zu kaufen. Damit lässt sich Abfall vermeiden und das ist eigentlich immer das Beste, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Ein E-Auto ist besser als ein Verbrenner, aber kein Auto am besten. Neue Kleider aus Recyclingstoff sind besser, aber weniger Kleider zu kaufen am besten. Plastikrecycling ist gut, aber auf unnötiges Plastik zu verzichten besser.

Für das Sammeln im gemischten Kunststoffsack möchte ich noch zwei Aspekte einbringen, die in den Antworten und in der Interpellation fehlen. Eines der Hauptprobleme der gemischten Kunststoffsammlung ist das Sortieren. Dank technischer Innovation wird das immer einfacher, nun müsste aber auch ein Ruck durch die Verpackungsindustrie gehen, der Ausschuss, also Plastik, der am Schluss trotzdem verbrannt wird, liesse sich nämlich weiter reduzieren, würden weniger Verbundsstoffe eingesetzt werden und dafür mehr Verpackungen aus nur einer Kunststoffsorte.

Zweitens ist der Ausschuss aus dem Plastikrecycling unter Umständen auch besser thermisch verwertbar als in der Kehrichtverbrennungsanlage, da es einen besseren Brennwert hat. Unterumständen könnte es z.B. in der Zementindustrie eingesetzt werden, wo heute noch eine hohe Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen besteht. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht vergessen, dass Kunststoffe selbst Erdöl- und damit fossile Produkte sind.

Zum Schluss möchte ich auch noch zu bedenken geben, dass wir so oder so in einer unangenehmen Abfallabhängigkeit sind. Fernwärme aus dem Hagenholz wird ausgebaut und ist auch ein Thema bei anderen KVAs. Das beisst sich mit dem angestrebten Ziel, die Abfallmenge zu Verringern und die Recyclingquote des Restes zu erhöhen.

Im Moment ist das Plastiksammeln in Dübendorf aber noch ziemlich mühsam und wir hoffen, dass bald mehr Bezugs- und Abgabepunkte dazukommen, entweder via Stadt oder Detailhändler.

Julian Croci, Gemeinderat Grüne