«Die Schweiz kann keine Städteplanung», Ausgabe vom 20. Februar
Die Aussagen des renommierten Architekten und Stadtplaners Jürg Sulzer im Artikel betreffen die Problematik der Orte ohne Identität in Dübendorf (und der Schweiz) und treffen den Nagel auf den Kopf. Diesen Missstand in der Zeitung der Öffentlichkeit so deutlich zu machen, hilft vielleicht, dass sich grundsätzliche Einstellungen, wie fachlich-architektonische oder sogar politische, entsprechend ändern könnten – für mehr Identität im öffentlichen Raum. In diesem Sinne ist mein Beitrag gedacht, beim Bahnhof Stettbach wenigstens punktuell etwas zu verbessern.
Der öffentliche Raum um den Bahnhof Stettbach ist der am stärksten genutzte Platz in Dübendorf und hat eine hohe Bedeutung für Dübendorf und das Zürcher Oberland. Jedoch präsentiert sich der leere Raum um den Bahnhof nur als Verkehrsknotenpunkt ohne Identität und Aufenthaltsqualität.

Bauminseln würden den öffentlichen Raum rund um den Bahnhof Stettbach
stark aufwerten, sagt Landschaftsarchitekt Gerwin Engel.
Die gegenwärtige Erscheinung mit den kargen Kiesflecken und der kümmerlichen Vegetation in den ausgedehnten Asphaltflächen vermittelt an diesem bedeutenden Ort einen trostlosen Eindruck. Dabei kann mit wenig baulichen Aufwand eine starke Alternative zum Istzustand hergestellt werden – nämlich mit einer Baumvegetation in bestem Bodensubstrat, die dann in naher Zukunft ein beträchtliches Kronenvolumen erreichen kann. In diesem Sinne ist es schade um jedes Jahr, das ohne Veränderung der gegenwärtigen Situation verstreicht.
Die angedachten Bauminseln bieten Identität und setzen ein Zeichen mit ihrem markanten Grünvolumen. Sie bieten mit ihren «sitzbaren Einfassungen» Aufenthaltsqualität und sind ein starker Gegenpol und Ausgleich zum umgebenden, wuchtigen Architekturrahmen. Natürlich bieten die Bauminseln auch die bekannten Vorteile für Ökologie und Tierwelt, Luft- und Kleinklimaverbesserungen sowie die CO2-Speicherung.
Es bietet sich die Chance für eine wesentliche Verbesserung dieses öffentlichen Raumes in Dübendorf, der zu einem eindrücklichen Ort werden könnte. Diese Idee wird bei der Stadtverwaltung Dübendorf, Abteilung «Öffentlicher Raum» platziert. Es ist damit zu rechnen, dass es einen langen Atem braucht.
Gerwin Engel, Landschaftsarchitekt, Dübendorf













RSS – Beiträge
Kommentar verfassen