Im letzten Glattaler behauptete die örtliche FDP, die Ratslinke würde ihre Initiative zur Regulierung von Kostenmiet-Wohnungen auf städtischem Land „aus politischen Gründen“ ablehnen. Gleichzeitig wunderte man sich über die fehlende Unterstützung von Mitte und Grünliberalen.

Foto: David Siems 2025 (Artischock)

Foto: David Siems 2025 (Artischock)

Tatsächlich haben die Grünen als einzige Fraktion neben der SVP prinzipiell Sympathie für das Anliegen gezeigt und sogar Unterstützung für einen überarbeiteten Entwurf zugesagt. Den Dübendorfer Vorrang halten wir für sinnvoll, ebenso die ausdrückliche Berücksichtigung von Geringverdienern.

Die FDP verlangt aber, dass ausschliesslich Geringverdiener in diesen Wohnungen leben dürfen. Genossenschaften sind aber auch auf die höheren Einlagen des Mittelstandes angewiesen, um solche Bauten finanzieren zu können.

Obwohl wir die Freisinnigen mehrfach auf dieses Problem hingewiesen haben, äussern sie sich nicht dazu und polemisieren stattdessen gegen jeden, der ihre Idee nicht sofort vorbehaltlos unterstützt. Das zeigt sich nicht nur in den Leserbriefen im Glattaler, sondern auch in den ausufernden Voten im Gemeinderat.

Überhaupt galt bei der FDP in den letzten vier Jahren: Immer auf Senden, nie auf Empfang. Selbst die SVP habe ich in dieser Zeit punktuell konstruktiver erlebt. Welcher Teufel die sonst so auf Konsens bedachten Parteien Mitte und GLP geritten hat, als sie das Wahlbündnis mit der FDP beschlossen haben, bleibt für mich ein Rätsel. Falls Roger Gallati sich als Stadtrat so verhalten sollte wie im Gemeinderat, kommen vier schwierige Jahre auf Dübendorf zu – gerade auch für die Zentrumsparteien.

David Siems, Gemeinderat Grüne Dübendorf