Votum zu den Minderheitsanträgen 85 (Streichung der Passage) und 86 (Erhöhung des Anteils preisgünstiger Wohnungen an der Aufzonung von 40 auf 50%)
Um auch hier noch mal einige Dinge klarzustellen: Preisgünstiges Wohnen nach PBG ist nicht das Gleich wie Kostenmiete und ist nicht das gleiche wie subventioniertes Wohnen. Das heisst: Der Eigentümer macht hier eine Rendite, die ist aber gedeckelt. Das ist mal das Eine. Er verdient also daran. Die Differenz von dem, was er verdient und dem was er legal verdienen könnte, wenn es diese Regelung nicht gäbe, die wird ihm von der Mehrwertabgabe abgezogen. Er wird also mit einer Steuersenkung belohnt.
Das heisst: Es kostet ihn keinen Rappen. Daher sind meines Erachtens alle diese Anträge der Minderheiten Columberg und Csillaghy sinnvoll. Sie bedeuten überhaupt keine Mehrbelastung für die Eigentümerschaft, denn sie bekommen diese Gewinnminderung zurück. Wenn man dann noch bedenkt – da spreche ich ein bisschen aus familiärer Erfahrung – dass beim Vermieten nicht immer alles ganz reibungslos verläuft… Dass man im schlimmsten Fall vielleicht sogar so einen Wohnnomaden in der Siedlung hat, der jahrelang keine Miete bezahlt, die Wohnung zerstört und am Ende zwangsgeräumt werden muss, dann ist es doch eigentlich recht attraktiv aus Eigentümersicht, wenn man weiss, dass man wenigstens diese Renditedifferenz von Anfang an und auf 100 Jahre hinaus berechnet auf sicher hat über diese Steuersenkung. Das gibt einem eine gewissen Planungssicherheit. Das ist eigentlich gäbig.
Jetzt spezifisch zu den Anträgen 85 und 86 muss ich sagen aus Eigentümersicht: Wenn die Stadt zu mir kommen würde – in vielen Jahren, wenn ich für den Familienbesitz zuständig bin – und sagen würde: „Herr Siems, Sie können hier ein bisschen mehr Wohnungen bauen, als sie eigentlich dürften, unter der Voraussetzung, dass Sie da einen Teil der zusätzlichen Wohnungen günstig vermieten. Wir bezahlen Ihnen die Renditedifferenz.“ – Das würde ich mit Handkuss tun! Gerne auch mehr als 50%. Ich würde gerne die gesamte Mehrausnützung günstig vermieten, wenn ich die Renditedifferenz von der Stadt zurückbekomme. Das ist ja ein super Deal. Das wäre blödsinnig, das abzulehnen. Und darum ist das eine rein ideologische Diskussion.
Die Mieterschaft profitiert, die Eigentümerschaft profitiert. Darum: Machen wir das doch so! Danke!
David Siems, Gemeinderat Grüne Dübendorf













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