Der ursprüngliche Antrag des Stadtrates auf ein Mischgebiet im Birchlen geht auf eine übergeordnete Vorgabe aus dem regionalen Richtplan hervor. Die Grundannahme der Mehrheit, Dübendorf brauche keine weiteren Flächen für mässig störendes Gewerbe, teilen wir nicht.

Auf dem Grundstück meiner Familie sind mehrere kleine Handwerksbetriebe eingemietet – in einer Zone, in der das ohne Bestandsgarantie gar nicht mehr zulässig wäre. Ich kann Ihnen aus direkten Gesprächen versichern: Der Markt produziert hier an den Bedürfnissen der Handwerker vorbei. Verfügbare Räume sind häufig zu teuer und auch zu gross, als dass sie von KMUs rentabel bewirtschaftet werden könnten.

Dass Wohnungen trotz hoher Preise problemlos vermietet werden können, hat auch etwas damit zu tun, dass Wohnen nicht optional ist, Selbständigkeit jedoch schon.

Einige Kritikpunkte der Mehrheit am Stadtratsantrag teilen wir aber: Der Wechsel von einem Höchst- zu einem Mindestgewerbeanteil in der Mischzone ist zwar sinnvoll, um zu verhindern, dass Grundeigentümer nur noch profitable Wohnungen bauen und keine der nötigen Gewerbeflächen. Konsequenterweise muss dann aber auch im Detail geschaut werden, welche Standorte überhaupt den Zulieferer- und Kundenverkehr eines mässig störenden Gewerbes bewältigen können.

Wir haben daher in unserem Gegenvorschlag Einbahnstrassen und Sackgassen in der reinen Wohnzone belassen und nur beidseitig befahrbare, durchgängige Strassen in die Mischzone eingeteilt.

Als Zugeständnis an die Wohnungsnot und die Renditeinteressen der Grundeigentümer schlagen wir ein zusätzliches Stockwerk für die Mischzone vor.

Wir meinen, dass der Kanton die Missachtung des regionalen Richtplans mit diesem durchdachten Kompromiss eher bewilligen wird, als mit einer Totalverweigerung.

Als Enkel eines Mechanikers, der zeitweise ein dutzend Arbeitsplätze in dieser Stadt geschaffen hat, bitte ich Sie darum: Berücksichtigen Sie in der Raumplanung nicht nur die Bedürfnisse der Startups, Forschung und Grundeigentümer, sondern auch jene der Büezer, die mit ihrer Hände Arbeit unsere Gesellschaft am Laufen halten.

David Siems, Gemeinderat Grüne Dübendorf