Wie im letzten Glattaler bereits erläutert, ist das Projekt Gumpisbüel in der vom Stadtrat aufgegleisten Form ein Etikettenschwindel.

Zwar sollen 60% der Wohnungen durch eine Genossenschaft in Kostenmiete angeboten werden. Die Wohnungen werden aber trotzdem teuer. Schuld sind hier aber nicht private Renditeinteressen, sondern jene der Stadt. Der verlangte Baurechtszins liegt deutlich über den Empfehlungen des Bundes und des Büros Wüst & Partner, welches das Projekt für die Stadt beurteilen sollte. Dabei geht der Auftrag für günstige Wohnungen auf eine 12 Jahre alte Volksinitiative zurück, die bis heute nicht umgesetzt wurde.

Ich habe hier ein Déjà Vu: Ebenfalls vor 12 Jahren verlangte eine andere Volksinitiative den Bau von Alterswohnungen auf dem Parkplatz des Restaurants Hecht. Martin Bäumle wollte das Grundstück eigentlich veräussern – wie zahlreiche städtische Landreserven zuvor. Diese Initiative wurde dann ebenfalls 12 Jahre lang nicht umgesetzt und soll jetzt abgeschrieben werden.

In beiden Fällen sollen städtische Grundstücke zur Finanzierung sinnloser Steuersenkungen für einige wenige Privilegierte verwertet werden. In beiden Fällen wird der Volksauftrag zur Schaffung von Wohnraum für die breite Bevölkerung jahrelang verschleppt und schliesslich sabotiert.

Man muss sich vor diesem Hintergrund nicht über die geringe Stimmbeteiligung in Dübendorf wundern.

Der Wechsel im Stadtrat bietet nun aber die Gelegenheit, das freiwerdende Ressort in Zukunft wieder im Sinne des Gemeinwohls zu führen. Als das letzte Mal ein langjähriger Stadtrat aufhörte, ist es in seinem heruntergewirtschafteten Ressort jedenfalls letzten Endes genau so gekommen.

David Siems, Gemeinderat Grüne Dübendorf