Sehr geehrte Damen und Herren

Die Grünen Dübendorf begrüssen den neuen Anlauf zur Entwicklung des Areals zwischen Neugutstrasse, Glatt und Breitibach. Unser Fazit ist im grossen Ganzen positiv: Der Baumbestand in der sensiblen Uferzone wird erhalten und das Gelände ökologisch aufgewertet. Das Projekt entlastet den überhitzten Dübendorfer Wohnungsmarkt mit dringend benötigten preisgünstigen Wohnungen nach PBG. Für dieses Zugeständnis kann auch die höhere Ausnützungsziffer des Grundstückes gut akzeptiert werden, zumal das Gebiet mit dem öV sehr gut erschlossen ist. Zudem wird die städtebaulich schwierige Gegend mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeit sinnvoll belebt. Das Projekt bildet somit einen ersten Trittstein auf dem Weg der geplanten Transformation der Gebiete Ringstrasse Ost und Birchlen. Dennoch möchten wir auf einzelne Punkte kritisch eingehen:

Zum Abschnitt «Bepflanzung» (Art. 15) Planungsbericht

Der Planungsbericht geht von 22 einheimischen, hochstämmigen, grosskronigen Bäumen über der Tiefgarage bei einer Erdüberdeckung von mindestens 1,5m aus. 1,5m Erdüberdeckung bei 12m3 Pflanzgrubenvolumen entsprechen den kantonalen Mindestempfehlungen für (kleine) Bäume. Für grosskronige Bäume, von denen der Planungsbericht ausgeht, sind mindestens 60m3 – also das Fünffache – pro Baum erforderlich. Wir erachten das Vorhaben der Bauherrschaft in diesem Punkt als absolut unrealistisch.

Wir geben insbesondere zu bedenken, dass die Wahl eines sand- und kieshaltigen Substrats zur Verhinderung der Bodenverdichtung zu Lasten der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens geht. Hier wäre stattdessen die Verwendung eines Schwammstadt-Substrates angezeigt, welches sowohl Bodenverdichtung verhindert als auch Wasser speichert. Grosse Bäume haben einen immensen Wasserbedarf, den sie in der Natur mit entsprechend tiefen Wurzeln decken. Dies ist über einer Tiefgarage so nicht möglich. Die Bäume müssten im Sommer künstlich bewässert werden, um ein Absterben zu verhindern. Eine Sickergrube könnte dabei helfen, den Boden während Trockenperioden ausreichend feucht zu halten.

Anträge

  • Befüllung der Pflanzgruben mit einem Schwammstadtsubstrat.
  • Punktuelle Verkleinerung des oberen Tiefgaragengeschosses, um an einzelnen Stellen Pflanzgruben mit ausreichender Tiefe für grosse Bäume zu ermöglichen.
  • Einplanung einer Sickergrube mit Überlauf, die an die Fallrohre des Gebäudes anzuschliessen ist.

Zum Abschnitt «Energiestandards» (Art. 19) und «Energieversorgung» (Art. 20) Planungsbericht

Es ist von einer «möglichst» energieeffizienten, fossil- und CO2-neutralen Bebauung die Rede. Wir weisen darauf hin, dass gemäss kantonalem Energiegesetz Neubauten grundsätzlich energieeffizient, fossil- und CO2-neutral erstellt und betrieben werden müssen.

Zu bedenken ist zudem, dass das angesprochene Fernwärmenetz der Glattwerk AG, an das die Siedlung angeschlossen werden soll, noch nicht existiert. Das erste Fernwärmerohr der Glattwerk AG wurde erst Ende Juni an der Usterstrasse verlegt.

Anträge

  • Konkretisierung und Nachbesserung der Punkte «Energiestandards» und «Energieversorgung», insbesondere…
  • «Plan B» für den Fall, dass das Fernwärmenetz der Glattwerk AG nicht rechtzeitig den Betrieb aufnehmen kann.

Vielen Dank und freundliche Grüsse

Judith Stofer und David Siems